Reise nach Skandinavien Teil 10: Gausnik, Nordkjosbotn, Tromso, Alta, Nordkapp vom 29.06.2013 bis 04.07.2013
Teil 11: Lappland, Schweden, vom 06.07.2013 bis 13.07.2013
Samstag, 29.06.2013, Gausnik – Nordkjosbotn
Bei der Abfahrt haben wir die Entsorgung gesucht. Ein Gulli (vermutlich am ehemaligen Misthaufen) mit Gitterrost ist für Toilette und Abwasser bei einem ehemaligen abgerissenen Nebengebäude; das mit der Entsorgung ist bei den Campingplätzen in Norwegen oft ein Problem. An wenigen Campingplätzen gibt es Vorrichtungen für die Entsorgung von Abwasser über einen Bodeneinlass und das bei dem angeblich so umweltfreundlichen Norwegen. Bei vielen Wohnwagen haben wir gesehen wie die für das Abwasser weder einen Tank noch einen Eimer darunter stehen hatten; da läuft das Abwasser einfach in die Wiese. Und hier soll das Trinkwasser eine so gute Qualität haben? Die Zeltler aus Altötting sind vor uns losgefahren; bei uns geht’s auch weiter.
Kurz hinter der Tjellfjordbru sahen wir einen Elch über die Straße laufen. Bis wir an die Stelle kamen war er schon mit einem Satz über den Zaun im hohen Gras verschwunden und weg.
Kurz vor Narvik sind wir auf die E6 abgebogen. Unterwegs haben wir eine große Tankstelle gesehen mit Waschplatz. Hier haben wir für 60 NOK die Scheiben und das WoMo ein bisschen gewaschen (ging nicht so recht ohne Bürste). So jetzt aber weiter zum Polar-Zoo. Wir hatten Glück, die Fütterung beginnt um 13 Uhr. Die Luchse standen schon am Gehege und warteten auf das Fressen. Uns dauerte aber diese Zeremonie zu lange und wir sind deshalb alleine weiter. Laut Plan sind hier auch Hirsche, Moschusochsen, Rentiere, Bären und Elche. Wir haben diese Tiere entdeckt, denn man musste schon suchen denn die Gehege sind groß und so können sie sich gut verstecken.
Bei den Wölfen war wieder Fütterung mit Erklärungen über diese Tiere, allerdings in norwegisch und englisch. Für Kinder ist das interessant. Die Bären, 3 Stück, sind das Publikum gewöhnt. Sie stehen da und lassen sich fotografieren. Der Elch lag im Gras an einer Mulde, farblich fast nicht zu erkennen. Am Eingang ist noch der Kleintier-Zoo mit Ziegen, Enten, Hühner etc. Der Zoo hat anscheinend auch schon bessere Tage gesehen. Es ist nicht mehr viel los. Beim rausgehen hat es angefangen zu regnen, da haben wir Glück gehabt.
Mit den Campingplätzen ist es hier weiterhin schlecht. Viele gibt es gar nicht mehr. Horst wollte nicht auf einen Parkplatz übernachten, direkt an der Strasse sind die ihm zu laut. Er geht lieber auf Plätze und zahlt NOK 200 -270 die Nacht (incl. Strom - je NOK 30-50) und den Lärm hat er oft trotzdem. In Nordkjosbotn kam endlich mal wieder ein Campingplatzschild. Der Platz ist klein aber gepflegt, die Besitzer betreiben den Platz selbst; wir stehen aber wieder an der Straße!! Aber Nachts hört man kaum Autolärm oder es wird hier weniger gefahren in der Nacht.
Sonntag, 30. Juni 2013, Nordkjosbotn – Tromso – Ramfjord
Heute wollen wir nach Tromso; geplant sind 2 Tage. Das Wetter ist bewölkt, aber trocken. Die Fahrt ging flott dahin, wenig Verkehr. Wir haben keinen Plan von Tromso, nur die Angaben vom WoMo-Reisebericht. Der Parkplatz an der Uni war schon noch da, aber alles mit Parkautomaten versehen oder Parkverbot und ausserhalb der Stadt. Also wieder zum Hafen runter. Hier haben wir zufällig Wohnmobile stehen sehen und dort war auch noch 1 Platz frei - am Botanischen Garten.
Wir wussten nicht wie weit es von hier zur Innenstadt ist und sind einfach losmarschiert. Immer am Hafen entlang, schier endlos. Endlich sahen wir die Fußgängerzone. 2 Kreuzfahrtschiffe lagen am Kai und Shuttlebusse fuhren die Passagiere in die Stadt. Entsprechend war viel los. Überwiegend Deutsche Urlauber. Wir haben uns in der City umgesehen und später etwas zum Essen und Trinken gekauft.
Zurück sind wir dann mit einem Taxi, keiner hatte Lust nochmal so weit zu laufen. Im Womo angekommen sind wir zum Campingplatz gefahren; hier war fast alles reserviert. Ein Platz wäre noch frei gewesen hinter dem Sanitärgebäude. Das gefiel uns nicht. Auf der Fahrt zurück sind wir nochauf eine "exotischem" Weg zur Eiskathedrale, unsere Tussi lebt noch im letzten Jahrhundert mit den Straßen hier. An der Kirche standen schon die Shuttlebusse von den Schiffen, ein Gedränge. Für den Innenraum der Kirche wollen die NOK 40 Eintritt.
So sind wir noch über die Brücke gefahren und dann zurück auf der E6 bis Ramfjord. Der Campingplatz hat auch schon bessere Tage gesehen aber für eine Nacht geht das. In den Hütten war Betrieb und einige Dauercamper sind da. Wir stehen hier direkt am Fjord und schauen den Fischern zu. Um 22 Uhr kommt sogar noch die Sonne hinter der Wolken vor.
Montag, 01.07.2013, Ramfjord – Storslett
Die Nacht war wieder hell und mit blauen Himmel. Morgens regnete es wieder, wie fast immer. Die Sanitäreinrichtungen sind fürchterlich. Duschen waren geschlossen, war nur in der Sauna möglich. Abwasser geht auch nicht zu entsorgen, wenigstens für die Toiletten war ein extra Klo vorhanden. Also die entsorgt und nichts wie weg.
Jetzt geht es auf der E6 weiter bis Nordkjosbotn und hier biegen wir ab Richtung Alta. Vorbei am Storfjord, durch 2 größere Tunnels. Diese waren notwendig da vermutlich der Wasserfall die Straße immer kaputt gemacht hat. Wieder am Lyngenfjorden sieht man gegenüber die Gletscher des Lyngsfjellan, Veestbreen, Kjosbreen, Koppangsbreen u. viele andere. Bei Spaknes geht die E6 in den Rotsundet. Kurz über einen Berg mit 9% Gefälle und schon sieht man den Reisafjorden.
Für den Kühlschrank und unserem Getränkeschrank brauchen wir mal wieder eine Nachladung. Hier in Skorlett gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten. Sogar ein kleiner Flughafen ist hier am Ort. Der Campingplatz liegt noch 12 km außerhalb vom Ort. Der kleine Platz liegt am Fjord, ist gepflegt und sauber. Sogar einen Grillplatz mit Tischen und einer überdachten Sitzgelegenheit war hier. Nachdem die Sonne immer noch schien habe ich gleich mal eine Waschmaschine in Betrieb genommen, auch die zweite Maschine klappte noch und alles wurde trocken.
Ein Hamburger Ehepaar ist hier schon eine Zeitlang mit dem Wohnwagen hier. Der Mann ist Fischer und hat an diesem Tag in 2 Stunden ca. 40 Fische gefangen. Abends gab es eine Portion geräucherten Fisch von ihm. Danke nochmals, hat gut geschmeckt. Neben unserem Womo standen 2 Nissan-Pickup, Kennzeichen TÖL und BB. Ansonsten sind überwiegend Übernachtungs-Fahrzeuge. Horst ist abends zum Fischen gegangen am Steg. Er hat es versucht, aber das Wasser ist hier nicht tief genug.
Im Fjord draußen haben wir zwei Tümmler gesehen, denen hat es anscheinend hier gefallen. Vom Campingplatz aus sieht man auch den gewaltigen Fossen. Ich habe eine Seite Reisebericht fertig gemacht und Horst hat sie noch auf die Homepage geladen. Das Internet funktioniert hier gut. Irgendwann sind wir dann ins Bett, obwohl es noch so hell ist.
Dienstag, 02.07.2013, Storslett – Alta
Es hat in der Nacht schon wieder geregnet. Die Sanitäranlagen waren o.k. Hier kümmert sich eine Familie um den Platz, dass merkt man. Bei bewölkten Himmel ging es auf der E6 weiter über Berge zum Straumfjorden. Weit oben ist der „Gildetun“, ein Aussichtspunkt mit Hütten, Restaurant und Samis verkaufen typische Artikel, wie Rentierfelle und Trachtenteile (allerdings mit Scancode-Etiketten (Made in China fehlte). Hier ist auch die Mitternachtssonne beobachten. Ein LAIKA 713r stand auch auf dem Parkplatz.
Nun geht es aber weiter, das Wetter ist noch immer sehr bewölkt. Am Straumfjorden entlang, dann den Oksfjorden links liegen gelassen weiter zu den nächsten Bergen. Hier geht es teils ganz schön steil hoch, 8% Steigung, die wir später dann wieder runter fahren. Die Straße ist ein fürchterlicher Acker und teils ohne Mittelstreifen. Auch eine Europastraße ist nicht immer komfortabel, aber es wird hier trotz allem sehr viel an den Straßen gebaut.
Im Badderfjorden kam mal die Sonne durch. Kurz danach auch mal wieder Regen. Die Berge fallen steil in die Fjorde ab, nur wenige sind zu befahren. Die Landschaft ist sehenswert, Fjorde, Gletscher, Berge, alles da. Als wir nach Alta kamen schien endlich die Sonne. Eine kleine Stadtrundfahrt bis zur Gastanktankstelle vor der Brücke. So der Gastank ist wieder voll – beruhigend. Jetzt noch eine Bank um den Geldbeutel aufzufüllen und im Einkaufszentrum etwas zum Abendessen gekauft.
Von hier geht es noch ein Stück nach Avre Alta, da ist der Camping-platz „Alta Strand“. Auf dem Platz ist nichts los. Wir haben viel Platz und stehen fast quer in der Wiese. Das Internet geht hier super, also ein paar Bilder hochladen und Emails bearbeiten. Bis es zu regnen anfing waren wir im „Garten“. Horst hat schnell die Möbel eingeräumt, das geht schon sehr fix, und ab ins WoMo. Für heute reicht’s. Geplant sind 2 Tage hier am Platz. Die Nordlicht-Kathedrale wird leider erst im Dezember eröffnet.
Mittwoch, 03.07.2013, Alta – Nordkapp
Horst hat heute morgen den Einfall, wir fahren Heute zum Nordkapp; war so nicht geplant. Also zusammenpacken und ab auf den Weg zum Nordkapp. Zuerst geht es noch am Altafjord entlang und dann ab in die Berge, hoch hinauf und dann kommt eine unendlich lange Hochebene. Hier sieht man immer wieder die Zäune für die Rentierherden, aber Rentiere sind keine da. Einige Sami-Zelte sind am Weg und verkauft ihre Ware. In Olderfjord kommen wir an den Porsangerfjord. Die E69 geht hier am Fjord entlang. Eine Seite Berg, andere Seite der Fjord. Auch diese Strecke zieht es sich, denn es muss um jede Bucht gefahren werden.
Ein größerer Tunnel, der Starvbergtunnelen mit 2.980 m, ein etwas enger Tunnel, durchquert einen Berg. So geht es immer weiter bis zum Unterwassertunnel, den Nordkapptunnelen mit 6.980 m und einer Steigung mit 10%. Wir fahren bis 212 m unter dem Meeresspiegel. Auf der anderen Seite angekommen sehen wir zwar den Hauptort der Region Nordkapp, aber es dauert wieder eine Weile, die vielen Buchten in die man hineinfahren muss sieht man ja nicht vorher. Endlich sind wir in Honningsvaer. Im Hafen stehen 2 Kreuzfahrtschiffe.
Wir biegen hier ab zum Nordkapp. Ist ja nicht mehr weit. Denkste!! Die vielen Kurven und Ecken ziehen sich. Bei der Abzweigung (ab hier darf im Winter nur im Konvoi gefahren werden, einmal pro Tag rauf und dann wieder runter) zur Nordkappstraße geht es wieder mit 9% Steigung bergauf. Das Gute an dem Gelände ist, man sieht die großen Busse schon von weiten und so kann man entsprechend ausweichen. Von weiten sehen wir schon die Kuppel vom Gebäude; endlich sind wir an der Pforte zum Nordkapp. Gegen einen Obulus von NOK 490,- dürfen wir alles anschauen und 1 Nacht mit dem WoMo hier parken. Einen Platz haben wir schnell gefunden, bei diesem starken Wind stellten wir uns mit dem Fahrerhaus zum Meer, von daher wehte der Wind. Das Wetter passte, nur ein paar Wolken am Himmel und der starke Wind.
Bei der Nordkapp-Kugel musste man sich richtig gegen den Wind stemmen. Jetzt aber rein in das Center und in die Wärme. Zunächst haben wir uns den 3D-Film über das Nordkapp angeschaut, ging gerade los. Dann noch zur Windfrau und den Skulpturen. Im Shop kauften wir Postkarten und ein paar Mitbringsel. Auf dem Weg zum WoMo sahen wir am Busparkplatz etwas 15 Busse. Die 2 Kreuzfahrschiffe im Hafen und jede Menge Reisebusse bringen hier ihre Gäste hoch. Jetzt wird erst mal zu Abend gekocht; am Nordkapp gibt es Lachsnudeln mit Salat. Als Verdauungsspaziergang sind wir nochmals zum Kapp vor. Jetzt waren die vielen Busse weg und fast keine Leute mehr hier. In Ruhe haben wir nochmal fotografiert obwohl der Wind immer noch stark wehte. Auf dem Parkplatz kamen immer wieder Wohnmobile an. Man merkt nicht, dass es schon 22:30 Uhr ist, es ist immer noch taghell. Um diese Zeit ging auf einmal der Busverkehr nochmal los. Im Nu standen wieder ca. 15 Busse in Zweierreihen am Parkplatz.
Kurz vor 23 Uhr bin ich nochmal raus. Die Sonne war von Wolken verdeckt, aber „a bisserl was geht immer“. Jetzt war auch wieder Betrieb. Im Center kam ich fast nicht am Kino vorbei, so drängten sich hier die Leute für die nächste Vorstellung. Ich bin dann wieder zum WoMo. Das Center ist bis um 24 Uhr geöffnet und solange sind auch die Busse da. In der Nacht wurde der Wind weniger.
Donnerstag, 04.07.2013, Nordkapp – Olderfjord
Um 1:30 Uhr habe aus dem WoMo geschaut, schönes Wetter. Um 3:30 Uhr habe ich nochmals aus dem WoMo-Fenster geschaut, blauer Himmel, Sonnenschein; die Wohnmobile warfen sogar Schatten. Um 8 Uhr hat es dann zu regnen angefangen und alles war im Nebel. Nach dem Frühstück sind wir ins Center um die Postkarten einzuwerfen. Jetzt war hier Ruhe, keine Busse, nur Besucher von den Autos. Im Thaimuseum, die Kapelle und sogar den „Kings View“ konnte man benutzen. War nichts los, nur Nebel. Im Shop haben wir nochmals wegen einiger Mitbringseln geschaut. Es gibt hier eben nur die üblichen touristischen Sachen. Busse sind heute noch keine da, welch ein Wunder oder hält der Nebel sie ab? Wie auch immer, wir fahren bis nach Skarvag und wollen dort auf den Campingplatz. Das war ein Flop, hier sind ein paar Hütten und ganz hinten etwas Platz zum Stellen. Das hat uns nicht gefallen.
So sind wir weiter bis Honningvar. Viel ist hier nicht los. Also schnell noch eingekauft. Wir haben beschlossen wieder zurück zu fahren bis Olderfjord. Der Gegenverkehr hielt sich in Maßen und so kamen wir flott voran. Auf dem Campingplatz „Russenes“ in Olderfjord haben wir uns einen Platz gesucht. Der Platz wird vom Hotel aus vermutlich als „Nebenprodukt“ geführt und ist deshalb nicht besonders gepflegt. Für eine Nacht geht das schon. Am Abend standen im Fjord bei Ebbe 5 Rentiere auf einem Landstreifen. Eines lag auf dieser Sandbank, die anderen bewegten sich nicht und das eine ganze Zeit lang. Jetzt kam aber die Flut stärker und allmählich bewegten sie sich mal hin, mal her und als das Wasser höher wurde, sind sie durch das Wasser an Land - schon fast geschwommen. Viele Leute standen am Ufer und fotografierten.
Freitag, 5. Juli 2013, Olderfjord – Karasjok
Morgens war Sonnenschein und es wurde richtig warm, kein Wind. Nach Frühstück und Duschen wurde alles eingepackt und ab ging es nach Lakselv. Wir wollten heute nicht so weit fahren. Der Campingplatz ist aber 15 km vor dem Ort und so sind wir weiter bis Lakselv. Heute ist Markttag. Na schauen wir mal, was es da so Alles gibt. Nichts Besonderes, viele Klamotten wie bei uns. An einem Stand haben wir ein Mitbringsel gekauft. Im Sportgeschäft hat sich Horst noch eine neue Spule für die Angel gekauft (die alte hatte einen Defekt, allerdings nicht vom "übertriebenem" angeln).
Bei der ESSO haben wir dann Grauwasser abgelassen und in unserem Dieseltank ein paar Liter für NOK 500,- eingefüllt (NOK 14,40 der Liter!!). Auf der Landkarte ist hier noch ein Campingplatz eingezeichnet. Das sind aber nur ein paar Hütten, sonst nichts. Also fahren wir einfach mal weiter. Wir können ja auch mal ohne Campingplatz übernachten (!). Die Landschaft besteht gleichmäßig aus Büschen und kleinen Seen und das Kilometerweit. Der Ort Karasjok kommt und zuerst sehen wir uns das Sami-Museum an. Ein Stück weiter ist noch ein Shop und die Touristen-Info. Im Shop haben wir wieder einige Mitbringsel gekauft, sogar für Florian haben wir etwas Originelles gefunden.
Hier gibt es einen CP, der sehr gepflegt ist, die Sanitäreinrichtung einfach aber sauber und hier ist der SP für Womo und Wohnwägen eingerichtet; passt, sogar das Internet geht. Nur die Mücken!!! Abends hat Horst die Campingmöbel im Schnellverfahren eingeräumt und wir sind fluchtartig ins WoMo.
Reise nach Skandinavien Teil 11: Lappland, Schweden, vom 06.07.2013 bis 13.07.2013
Samstag, 06.07.2013, Karasjok – (bis kurz nach) Muodoslompolo
In der Nacht hat es wieder mal geregnet und die Mücken waren am Morgen noch bissiger als am Abend. Wir sind nur noch geflüchtet. Der Platz ist zwar schön angelegt und sauber, liegt am Fluß und ist deshalb bevorzugt „schnakenfreundlich“. Im Ort haben wir noch bei der ESSO-Tankstelle entsorgt und im Supermarkt etwas eingekauft. Auf der 92 sind wir nun nach Kautokeino gefahren. Die Landschaft ist nicht besonders aufregend, eben tundraartiges Gelände.
Zuerst sind wir in Kautokeino zur Kirche gefahren; die stand so markant und unübersehbar auf einer Anhöhe; eine Holzkirche mit schlichten, schönen Innenraum. An der Kirchenmauer sind auch 2 Eimerchen um die Zigarettenkippen einzuwerfen - Brandgefahr! Das Wetter ist noch immer bewölkt und schwül.
Den Campingplatz haben wir auch schon ausgemacht, direkt am See. Das geht wegen der Schnaken ja gar nicht, haben wir letzte Nacht schon gehabt. Na dann erst mal zur angepriesenen Silbermine. Das Haus ist als Museum sehr futuristisch aufgemacht und die angebotenen Stücke sind wirklich schön. Hier gibt es Silberschmuck, Glaswaren, Samische Handarbeiten und asiatische Teppiche sowie Dekoartikel. Ein schönes Silberschmuckstück habe ich auch gefunden.
Die Straße verläuft hier immer an einem Fluss oder See entlang. Die Birkenwälder und Wiesen hören nicht auf. Auf Rentierzuchtbetriebe wird hingewiesen. Rentiere haben wir aber nur ab und zu mal eines in freier Wildbahn bzw. auf der Straße gesehen. Leere Pferche für die Rentiere waren aber immer wieder zu sehen. Die Hütten an der Straße sehen verlassen aus, werden vermutlich von den Samis erst wieder im Herbst zum Ende ihrer Wanderzeit benutzt, wenn dann die Herden zusammengetrieben werden.
Man verliert hier leicht den Überblick und weiss nicht wo man ist. Zumindest das Wetter hat sich gebessert und die Sonne scheint. Ja doch jetzt ist es klar, da vorne ist die Grenze nach Finnland. Zumindest das Gebäude und die Hinweistafeln der Grenzstation sind noch da.
Auf der finnischen Seite geht die gleiche Landschaft so weiter. In Muonio wollten wir zuerst an der SHELL tanken, ich habe ein Reklameschild gesehen mit einem Dieselpreis von 144,60 statt 146,90. Also sind wir um das Gebäude gefahren, haben dort ein freilaufendes (wohl städtisches) Rentier fotografiert. Die andere Tankstelle ist in einer Seitenstraße bei der Straßenmeisterei, aber mit Kartenzahlung, einwandfrei. Das Rentier hat uns anscheinend verfolgt, hier war es durch die Unterführung gekommen – nichts wie weg bevor es noch mitfahren will.
Von hier sind wir nun über die Brücke nach Schweden gefahren. Auf der 404 gibt es einen Campingplatz. Schauen wir mal. Das gleiche wieder, am See mit Gebüsch d. h. besonders schnakenfreundlich; also nichts wie weg. So sind wir auf die 99 bei Muodoslompolo gekommen und hier immer weiter. Die Landschaft hat sich geändert. Hier gibt es überwiegend Kieferwälder und wenig Sumpfgebiete.
Wir sind jetzt schon lange unterwegs, ein Übernachtungsplatz wäre nicht schlecht. Nachdem wir einen Rastplatz gesehen haben, drehten wir um, dort stand schon ein Wohnmobil. Der Platz ist aber im Gebüsch am Wasser, die Schnaken machten schon einen Freudentanz als sie Horst sahen. Nichts wie weiter. Bald schon haben wir an der Straße etwas abseits einen schönen, lichten Sandplatz gefunden. Hier gefällt es uns, ist nicht versteckt und doch ruhig. Abends bekamen wir noch Besuch, ein Rentier hat sich verlaufen.
Sonntag, 07.07.2013, Muodoslompolo - Övertornea
Morgens sind wir von der Sonne geweckt worden. Ein herrlicher Tag wird das. Zum Frühstück hatten wir noch Besuch; jetzt waren es 3 Rentiere, die schnell mal vorbei gelaufen kamen. Wir fahren dann einfach los und schauen wo wir rauskommen. Die Straße 99, ab hier mit viel Splitt/Sand, geht endlos so weiter durch Kiefernwälder, mal ein Fluß, mal ein See, ab und zu ein Rentier am Straßenrand – vermutlich entlaufen.
Im Ort Pajala haben wir an der Brandstation entsorgt. Hier ist heute Markt und die Straßen in die Stadt sind gesperrt. Also fahren wir weiter. Um 13:30 Uhr haben wir in Juoksengi ganz unspektakulär (nicht so touristisch vermarktet wie in Norwegen) den Polarkreis überquert. Heute ist Sonntag und auf der Straße fast nichts los; bis auf einen Bus aus Österreich, der uns überholt hat.
Die per Straßenschild angekündigte Sehenswürdigkeit „Kings Bru“ schauen wir uns an. Mal was anderen sehen als nur Birken-Landschaft, so schön die auch ist. Wir sind bis zum Parkplatz gefahren. Von hier gehen aber nur Wege zu den Häusern. Wir sind einfach an einem Haus vorbei zu den Stromschnellen runter, haben ein paar Fotos gemacht und wieder zum WoMo. Die Schnaken waren natürlich auch hier wieder voll im Einsatz, jetzt aber nichts wie weg.
m WOMO-Buch steht ein Campingplatz in Övertornea, den werden wir anfahren. Sieht ja von außen ganz gut aus. Der Platz hat sicher auch schon mal bessere Tage gesehen, obwohl das Freibad nebenan ist, waren nicht viele Wohnwägen da. Dafür gibt es aber für den Sanitärbereich nur Key-Karten. Der Chef ist überwiegend im „Hotel“. Die Schnaken sind hier auch sehr aktiv. Horst hat es zuerst gar nicht gemerkt, wegen dem Wind. Erst als es zu brennen anfing hatte er die vielen Stiche gemerkt. Der Insektenstich-Roller mit Sanddorn und Aloe Vera wirkt sehr gut und es fängt erst gar nicht zu jucken an. Kurz bevor es zu regnen anfing ist Horst noch zum Angeln. So hat er eine Stunde „Fehlversuche“ mit Erholung am Fluss gehabt.
Montag, 8. Juli 2013, Övertornea – Seskarö
In der Nacht hat es mal wieder geregnet und morgens hat die Sonne gescheint; Frühstück im WoMo, wegen der Schnaken. Nach der Morgentoilette sind wir zur Rezeption zum zahlen. Ich ging dort im Restaurant noch mal schnell auf die Toilette, die ist kaputt, läuft kein Wasser!! Jetzt haben wir noch bei einer ehemaligen Autowaschanlage das Abflußgitter eines Waschplatzes gefunden und unser Grauwasser entleert. Auf der 99 sind wir jetzt weiter bis nach Haparanda.
Am Ortsende von Haparanda haben wir beim Supermarkt zugeschlagen. Ich kann nun verstehen wie Monika sagte, als sie von Norwegen nach Schweden gekommen sind, haben sie alle fast einen Kaufrausch bekommen. Diese Angebote, so umfangreich wie bei uns, und die Preise bei weitem nicht so hoch wie in Norwegen (bei gleicher Qualität 20 – 30% günstiger). Jetzt schauen wir uns den CP Seskarö auf der Insel an. Wir buchen einen Tag. Waschen konnte ich gleich; 1 Maschine voll und diese Wäsche wurde auch noch schnell trocken.
Dienstag, 09.07.2013, Sekarö – Bovikens
Morgens hat es zu regnen angefangen; also fahren wir weiter. Bei Regen hat es auf diesem Platz so abseits keinen Sinn. Bis nach Pieta hat es geregnet. Die Landschaft an der E4 entlang ist nicht aufregend. Bei Byske haben wir uns den Campingplatz angeschaut, zu viel Aktion drum herum. Das Wetter ist noch immer bewölkt.
Also fahren wir weiter und schauen den Platz in Skelleftea an. Der liegt direkt an der E4 und ein Platz direkt an der Straße wäre noch frei gewesen. Das wie an der Rennbahn. Also sind wir wieder zurück und auf den Campingplatz in Bovikens gefahren.
Hier haben wir gerade noch außerhalb des Platzes einen Stellplatz ohne Strom bekommen zum Preis von 250 SEK. Man merkt wir kommen in den Süden und die Preise erhöhen sich. Für eine Nacht geht das. Der Platz ist klein, aber mit Dauercamper und Wohnwagenburgen ausgebucht.
Zum Abendessen gab es ein Fertiggericht aus Norwegen, war sehr gut, wenn auch teuer. Als Verdauungsspaziergang machten wir einen Rundgang um den Platz. Der Notstellplatz an der Straße war voll ausgebucht.
Mittwoch, 10.07.2013, Skellefteä – Nordmaling
Morgens hat es zu regnen angefangen. Zur Dusche mit Regenschirm. Noch die Toilette entleert, Grauwasser geht hier auch wieder nicht. In Skelleftea sind wir auf die 95 abgebogen. Wir wollen nach Boliden zum Bergwerk. In Boliden steht zwar noch das Museum-Gebäude, geschlossen und schon länger nicht mehr benutzt.
Auf dem Herweg habe ich das Hinweisschild für das Mineralmuseum gesehen. Also zurück und schauen wir uns das an. Das Hinweisschild ist riesengroß, das Bergwerk oder die Sehenswürdigkeit geschlossen – abgesperrt. Es sollte wenigstens das Schild abgenommen werden. Jetzt haben wir die Schnauze voll. Nichts mehr wird angeschaut. Ab hier bin ich mal wieder gefahren.
Auf der ganzen Strecke entlang der E4 gibt es nur Wald, Elchwarnschilder, Flüsse, Seen mal einen kleinen Ort. Die Straße ist zweispurig bergauf und wird wieder einspurig bergab. Die Sonne kam mal wieder durch um bald darauf gleich wieder dem Regen zu weichen. In Nordmaling sind wir auf den Campingplatz. Davor ist eine Tankstelle, dort konnten wir entsorgen. Auf dem Platz war noch viel frei. Also einen Platz ausgesucht, Keile unterlegt und Ruhe war. Nach und nach wurde der Platz voller. Viele Deutsche Wohnmobile waren hier zum Übernachten. Der Preis für den Platz mit Strom 265 SEK, stattlich. Zudem ist die E4 nur 100 m entfernt und die Eisenbahn auch in der Nähe.
Donnerstag, 11. Juli 2013, Nordmaling – Njurunda (Sundsvall)
Heute Nacht hat es nicht geregnet, dafür war es aber frisch. Der Platz wurde immer leerer. Wir haben uns auf die Socken gemacht. Horst hatte beim Toilettenentsorgen noch ein Malheur. Der Wasserschlauch zum Spülen hatte einen immensen Druck (der beim Wasserschlauch für das Trinkwasser leider fehlte – dauerte ewig) und flog mit einem grossen Strahl durch die ganze Hütte – da hat er eine 2-te Dusche abbekommen. Gott sein Dank war es Frischwasser!!!
Heute wollen wir einfach mal losfahren und schauen wie weit wir kommen. In etwa haben wir uns schon Plätze ausgesucht. Das Wetter ist schön, aber der Wind bleibt frisch. Bald sind wir in die Region „Höga Kusten“ gekommen.
Auch hier gibt es Fjorde und Berge. Sieht etwa so aus wie in Norwegen, nur alles etwas kleiner. In Hornösand gibt es eine Sprungschanze - in den Ort rein.
Was für ein Gefühl für die Springer (vielleicht Landung in der Tankstelle!)
Hier ist auch die längste Hängebrücke der Welt, die „Höga Kustenbron“. Vor Timrä ist an der Straße ein Riesengroßes „Y“. Kann man besichtigen.
Timrä ist eigentlich eine Vorstadt von Sundsvall. Vor Sundsvall kommt als erstes ein riesengroßes Einkaufscenter bzw. Stadt. Wir fahren durch Sundsvall.
Horst hat eine Tankstelle gefunden, Dieselpreis passt – aber für Creditcards auf SEK 500 limitiert. Die E4 geht direkt durch die Stadt um den Hafen. Beim Lidl haben wir noch etwas eingekauft und sind an der großen Baustelle für die Brücke über den Fjärden (soll 2015 fertig sein) weiter gefahren. Bei Svartvik sahen wir am Ufer viele Wohnmobile stehen. Hier ist ein Museum eingerichtet, in dem die Herstellung von Papier aus Holz gezeigt wird. Wir wollen aber weiter.
Den Campingplatz „Bergafjärden“ haben wir uns ausgesucht. Es sind noch einige Kilometer an die Bucht zu fahren. Der Platz ist ziemlich belegt, ohne Strom ist noch was zu haben, nehmen wir. Die Waschmaschine ist frei und so habe ich gleich die Betten abgezogen und in die Maschine. Bei diesem schönen Wetter ist auch noch alles trocken geworden. Super!! Abends haben wir es uns noch draußen bequem gemacht bis es frisch wurde.
Freitag, 12.07.2013, Camping Bergafjärden
Horst ging es am Morgen nicht gut. Ihm war schwindlig und er hatte Magenschmerzen. Ich habe ihn sofort wieder in die Falle gesteckt. Ruhe finden und schlafen. Hat er auch brav gemacht, bis Mittag. Frühstück gab es eben mal als Brunch. Nachmittag habe ich Hausputz gemacht und Horst hat sich beim Lesen erholt. Abends sind wir ins Restaurant zum Essen. Das Lokal ist gut besucht und das Essen war auch gut – Horst hatte Heringe und ich einen grossen wunderbaren Shrimpssalat. Die Krönung war aber, die hatten Schneider-Weisse für SEK 69 die Halbe - egal, musste sein. Danach sind wir noch vor unserem WoMo gesessen bis es frisch wurde.
Samstag, 13. Juli 2013, Njurunda – Skutskär
Um 11 Uhr sind wir losgefahren. Das Thermometer zeigte schon 24 Grad. Zurück auf die E4 und Richtung Süden. Wir wollen heute bis Gävle fahren. Dort fanden wir wieder mal einen LIDL – Horst hatte dort alle seine leeren Bierdosen in den Automaten gegeben; der nahm sogar die norwegischen – aber die Vergütung war SEK 0,00 – dies merkte er allerdings erst später, die Freude war dann wie weggeblasen. Der erste Campingplatz hat uns nicht gefallen; direkt an der Straße und der Bahnlinie. Also fahren wir zum Nächsten.
Bei Rullsand Camping haben wir noch einen Platz erhalten. Auf der Straße dorthin war eine Seite der Straße vollgeparkt. Badestrand und hier parken alle welche die SEK 30 für den Parkplatz nicht zahlen wollen. Mit dem Wohnmobil gibt es einige Probleme bei Gegenverkehr - was machen die wenn ein Wohnwagen mit 2,50m Breite kommt, dann wird’s richtig eng. Auf diesem Platz sind auch überwiegend Camper mit Wohnwagen und Familie. Am Abend wird hier auf Teufel komm raus mit Holzkohlegrill’s gebraten, der ganze Platz qualmt und der Geruch hat alle Nuancen, vormerklich „verbrannt“.